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Mai - Lebenswerke Egon Bahr
"Lebenswerke" Es freut uns sehr, dass aus der
Begegnung mit Hans-Peter Dürr ein spannendes Buch entstanden, das jetzt
im Buchhandel erhältlich ist:
Lebenswerke 2008 Tage unter Bäumen..... Eine Begegnung mit dem Alternativen Nobelpreisträger Hans Peter Dürr (79) Wochen vorher hatte er mir einmal gestanden, dass er es müde sei, immer nur von Vortrag zu Kongreß, von Workshop zu Seminar zu reisen: zwei Stunden Vortrag, drei Fragen – weiter. Fünf Tage, um miteinander zu reden, zu lachen, zu streiten, neue Fragen aufzuwerfen und alte zu klären - welch ein Luxus! Und nun war er da, ein freundlicher Herr mit einem grauen Lockenkopf, schmal, ein wenig gebeugt. Der erste Eindruck: wenn er zuhört, lauscht die ganze Person, wenn er lacht, strahlt sein ganzes Gesicht.
Zehn Gäste sollten mit ihm diese Tage im August verbringen, am Tisch,
im Seminarraum, beim Essen, abends im Salon, bei Spaziergängen - und
unter der riesigen Platane vor dem Haus. Manchmal, wenn wir ihm
zuhörten, schweiften unsere Blicke hinaus in die Landschaft, bis weit
hinüber zu den Pyrenäen, die jeden Tag anders aussahen; das Wetter hat
hier so viele Facetten! Und auch Hans Peter Dürr genoss es sichtlich,
unter dem schattenspendenden Baum noch einmal zurückzuschauen: auf
seine Kindheit, die mit zehn Jahren bei Kriegseintritt 1939 jäh zu Ende
war, auf die letzten Kriegsjahre, in denen auch die 15jährigen noch zum
Volkssturm eingezogen wurden. Auf sein Lebensgefühl nach dem Krieg: Ich
traue niemandem mehr!
Der lange Weg des kleinen Jungen aus dem Schwäbischen zu einem der renommiertesten Atomkraftgegner, Friedensaktivisten umd Umweltmahner geht über 30 Jahre, dazwischen liegen Preise, Auszeichnungen und Ehrungen (vom Alternativen Nobelpreis 1987 bis zum Ehrenbürger der Stadt München 2008), Dispute mit Politikern und Wirtschaftsvertetern.
Heute hat Hans Peter Dürr eine weltweite „Fan“-Gemeinde. Das Geschenk für uns in Orion war, an diesem Weg teilzuhaben, zu sehen, wie sich einer treu geblieben ist. Treu vor allem dem Credo von Hannah Ahrendt, das sie in Berkley dem jungen deutschen Studenten mit auf den Weg gegeben hatte: wenn Unrecht geschieht, darfst du es nie hinnehmen, du mußt dich immer einmischen. Das ist über 50 Jahre her und Hans Peter Dürr mischt sich noch immer ein. |
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